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Nach zwei Monaten werkeln, reparieren und einwecken neigte sich das Festival der Urbanen Produktion in der Lutherkirche am 19.10.2017 dem Ende zu. Zeit, gemeinsam innezuhalten und sich zu fragen: Wie lief es und wie geht es weiter? Hierzu lud das Forschungsteam zur Abschlussfeier in das LutherLAB ein. Mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde auf das Projekt zurückgeblickt und nach seiner Bedeutung für das Ruhrgebiet gefragt.

Die Moderation übernahm Alexandra Lindner, die mit dem Institut InWIS am Forschungsprojekt beteiligt ist. Als Gastredner startete Prof. em. Klaus Kunzmann, der sich mit der Bedeutung des Ruhrgebiets und dessen Strukturwandel beschäftigte. In zehn Thesen beschrieb er die Schwierigkeiten der ehemaligen Zechenregion und versuchte zu beantworten, warum sich nur wenig Innovation im Ruhrgebiet entfaltet. Dr. Stefan Gärtner, als Forschungsleiter des IAT Teil des Forschungsteams, stellte in seinem Vortrag dagegen, dass gerade das LutherLAB als innovatives Gegenbeispiel dient und Urbane Produktion eine neue Chance für die Arbeiterregion bereithält.

Im Anschluss an die wissenschaftlichen Beiträge resümierte Jan Bunse von Die Urbanisten e.V in einem bildreichen Vortrag das Festival der Urbanen Produktion. Er selbst war maßgeblich an der Umsetzung des LutherLAB beteiligt und ließ noch einmal den Werdegang der Zwischennutzung und die zahlreichen Aktionen revuepassieren – von der Ausgestaltung des Innenraumes über die Workshops und Aquaponik bis hin zu Vorträgen und Konzerten.

Zur Podiumsdiskussion fanden sich Frauke Burgdorff (Burgdorff Stadt), Kristin Schwierz (Bahnhof Langendreer), Burkhard Huhn (Stadtplanungsamt Bochum), Werner Fuhrmann (Wirtschaftsentwicklung Bochum), Kerstin Meyer (IAT) und Prof. em. Klaus Kunzmann zusammen. Sie diskutierten über die Bedeutung des LutherLAB und Perpektiven der Urbanen Produktion.

Bevor der DJ die Kanzel eroberte, um den tanzbaren Teil der Abschlussfeier einzuläuten, fasste Dr. Stefan Gärtner die Ergebnisse der Veranstaltung wie folgt zusammen: Produktion eröffnet neue Teilhabemöglichkeiten und der Strukturwandel im Ruhrgebiet bietet einmalige Chancen diese zu verwirklichen. Wichtig ist aber „Spinner und Freidenker“ ernst zu nehmen und sie dabei zu unterstützen ihre neuen Ideen auszuprobieren – insbesondere da die Digitalisierung viel Potenzial für neue Arten der Produktion bereithält. Kirchengebäude können als Werkstatt dienen und so neue
Wege für die Gesellschaft eröffnen. Wichtig ist aber, dass jedes Stadtquartier eine eigene Lösung erfordert, weshalb ein prozessorientiertes und angepasstes Vorgehen wichtig für solche Projekte ist.