Gesellschaft im Wandel – Kirche im Dorf?

Die Unwidmung oder Schließung von sakralen Gebäuden wird uns weiterhin begleiten. Wie verbinden sich Kirche und Alltagsleben heut­zutage in einem Stadtviertel in Bochum? Traditionell waren Got­teshäuser zentrale Orte für das religiöse und oft auch das soziale Leben im Viertel. Wie manifestieren sakrale oder umgewidmete Gebäude das soziale Leben und das mitunter sehr vielfältige religiöse oder spirituelle Leben der Menschen heute?
Mit anderen Worten, welche Rolle spielen sakrale Gebäude und Kirche im Alltagsleben eines Stadtviertels? Wie, wann, von wem und zu welchen Anlässen werden die Gebäude genutzt? Und: Wie nehmen Bewohner die Gebäude wahr? Welche Erinnerun­gen, Gedanken, Empfindungen sind mit den Gebäuden ver­bunden? Ist das Gebäude für den eigenen Glauben oder die ei­gene Spiritualität von Bedeutung, gleichgültig, ob man dort Gottesdienste (ge-)feiert (hat)? Geht man gerne an ihnen vor­bei? Schaut man rein? Nimmt sie eigentlich gar nicht wahr? Fin­det sie störend? Wie dienen sie dem Gemeinschaftsleben oder -gefühl im Stadtviertel?
 
Sie haben die Möglichkeit, im Rahmen der Veranstaltung die Ausstellung Fluch und Segen – Kirchen­gebäude im Wandel“ der Baukultur NRW anzuschauen (durch Corona auf den 16. April verschoben) https://baukultur.nrw/veranstaltungen/wanderausstellung-fluch-und-segen-kirchengebaeude-im-wandel-in-bochum/
Die Vorträge, Diskussionen und Ausstellung zu den Möglichkeiten der Kirchenumnut­zung“eröffnen Perspektiven auf die Rolle, die Gebäude im eigenen Erleben, für das Stadtviertel und die Kirche spielen, gespielt haben, spielen könnten – oder nicht mehr spielen.
 
Die Veranstaltung findet im LutherLAB, in Bochum Langendreer, in der 2012 entwidmeten Lutherkirche, statt. Heute soll in dieser Kirche“ ein Zentrum für regionale Geschichte, Begegnung, Bil­dung und Zukunftsfragen entstehen, ein Projekt, initiiert von engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Eingeladen sind Vertreter der Ev. Hochschule Rheinland, der Baukultur NRW, der Stadt Bochum und des LWL.
 
Eine Veranstaltung der Evangelischen Stadtakademie Bochum in Kooperation mit der VHS Bochum.
 

 
Vortragsreiehnfolge, biografische Informationen und Impuls-Stichpunkte
 
Peter Köddermann ist seit 2019 Geschäftsführer Programm von Baukultur Nordrhein-Westfalen, einem Zusammenschluss der StadtBauKultur NRW mit dem Museum für Architektur und In­genieurkunst NRW, für das er bereits seit 2005 als Programm­leiter, Kurator und stellvertretender Geschäftsführer tätig war. Er studierte Geschichte und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Uni­versität Bochum und arbeitete von 1995 bis 2000 in unter­schiedlichen Funktionen für die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA). Im Rahmen der benannten Tätigkeiten war Peter Köddermann beteiligt und verantwortlich für zahlreiche Ausstellungsprojekte, Veranstaltungsformate und Publikationen zur Baukultur.
Impuls: Allgemeine Einführung zur Nachnutzung sakraler Gebäude mit Fokus auf die Ausstellung. Dauer: max 20 Min. und Teilnahme an Podiums- und Publikumsdiskussion.
 
Burkhard Huhn hat in Dortmund Raumplanung studiert und sein Referendariat in Frankfurt am Main gemacht. Nach Tätigkeiten in Dietzenbach und Herdecke leitet er jetzt die Abteilung Stadt­entwicklung im Amt für Stadtplanung und Wohnen in Bochum.
Impuls: Statement zur Rolle, die umgewidmete sakrale Gebäude im Rahmen von Stadtentwicklungsprogrammen spielen, speziell LutherLAB. Dauer: max. 20 Min. und Teilnahme an Podiums- und Publikumsdiskussion.

Wann und Wo?

19. November 2021
16:00 Uhr bis 18:00 Uhr

LutherLAB
Alte Bahnhofstraße 166
44892 Bochum


Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds